Kapitallebensversicherung

Die Kapitallebensversicherung dient, wie auch die Risikolebensversicherung, zunächst einmal als Hinterbliebenenschutz für die Angehörigen des Versicherten. Allerdings ist die Todesfallversicherung hierbei mit einem Sparvertrag gekoppelt. Auch die Kapitallebensversicherung wird über einen langfristigen, festen Zeitraum und mit einer festen Versicherungssumme abgeschlossen. Für den Fall, dass die versicherte Person in diesem Zeitraum verstirbt, wird die vereinbarte Versicherungssumme sofort fällig. Wenn sie dagegen den Ablauftermin erlebt, kommt das angesparte Kapital samt Überschussbeteiligung zu diesem Termin zur Auszahlung. Dadurch gehört die Kapitallebensversicherung zu den am meisten gewählten Instrumenten für eine zusätzliche private Altersvorsorge. Für Versicherungsverträge mit einer entsprechenden Zertifizierung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) kann zudem die Riester-Förderung in Anspruch genommen werden. Bis zum Jahr 2005 geschlossene Verträge, deren Laufzeit mindestens zwölf Jahre betragen hat, genossen zudem eine besondere steuerliche Begünstigung, wodurch Kapitallebensversicherungen über Jahrzehnte lang eine der beliebtesten Anlageformen für eine zusätzliche Altersvorsorge in Deutschland geworden ist.

Wann ist eine Kapitallebensversicherung sinnvoll und welche Vorteile bietet sie?

Eine Kapitallebensversicherung ist dann sinnvoll, wenn man etwas für die private Altersvorsorge tun möchte und zugleich seine Angehörigen für den Fall, dass man verstirbt, finanziell abgesichert sehen will. Die klassische Kapitallebensversicherung bringt zwar keine absoluten Top-Renditen, erreicht aber durch die Überschussanteile inklusive der garantierten Verzinsung robuste Wertzuwächse. Sie eignet sich gut für konservative Anleger, da faktisch keinerlei Verlustrisiko vorhanden ist. Für Berufstätige, die von ihrem Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen erhalten, ist die kapitalbildende Lebensversicherung eine Möglichkeit, diese anzulegen. Zudem kann eine Kapitallebensversicherung als Kreditsicherheit und Tilgungsmedium für eine private Immobilienfinanzierung eingesetzt werden. Wer bereits eine laufende Lebensversicherung besitzt, kann diese an die finanzierende Bank abtreten und somit gegebenenfalls einen Teil der Immobilienfinanzierung ohne monatliche Tilgung abschließen, um das Darlehen endfällig bei Ablauf der Versicherung in einer Summe tilgen. Dadurch kann die monatliche Kreditbelastung etwas reduziert werden. Außerdem besteht bei Kapitallebensversicherungen, die nicht für eine Immobilienfinanzierung abgetreten wurden, die Möglichkeit, bei Bedarf einen recht zinsgünstigen Kredit zu erhalten. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in der Rubrik „Policendarlehen“.

Welche Varianten gibt es bei einer Kapitallebensversicherung?

Hinsichtlich der Vertragsgestaltung gibt es eine Reihe von verschiedenen Varianten sowie zusätzlichen Optionen. So kann zum Beispiel der kapitalbildende Teil der Beitragszahlung in Investmentfonds anstatt in die konventionellen Anlagen investiert werden. Hierbei handelt es sich dann um eine fondsgebundene Lebensversicherung. Mehr Informationen zu diesem Produkt können Sie in der entsprechenden Rubrik erhalten. Auch gibt es die Möglichkeit, sich die Erlebensfallsumme nicht in einem Betrag bei Ablauf der Versicherung, sondern in Teilbeträgen zu bestimmten Terminen während und am Ende der Vertragslaufzeit auszahlen zu lassen. Ebenso kann ein Rentenwahlrecht in den Vertrag aufgenommen werden, wodurch der Versicherungsnehmer bei Ablauf die Wahl hat, sich entweder den Einmalbetrag auszahlen zu lassen oder eine monatliche Leibrente in Anspruch zu nehmen. Lautet die Versicherung auf mehrere versicherte Personen, spricht man von einer Lebensversicherung auf verbundene Leben. Diese Variante wird meistens von Ehepaaren gewählt. Zudem müssen Versicherungsnehmer und versicherte Person nicht identisch sein. So kann beispielsweise ein Großvater als Versicherungsnehmer eine Versicherung für seinen Enkel als versicherte Person abschließen, die diesem dann mit Eintritt der Volljährigkeit ausgezahlt wird, um den Start ins Erwachsenenleben zu erleichtern. Diese Modelle nennt man umgangssprachlich auch Ausbildungs- oder Aussteuerversicherung. Als weitere Optionen können Zusatzversicherungen in den Vertrag integriert werden, um zusätzlich körperliche Schäden aus Risiken wie Unfällen und / oder Berufsunfähigkeit finanziell abzusichern. Dies gilt genauso für eine private Pflegeversicherung, welche auch optional in den Vertrag aufgenommen werden kann.

Was sollte man sonst noch bei einer Kapitallebensversicherung beachten?

Generell ist man gut beraten, wenn man sich unabhängig von den von Versicherungsvertretern in höchsten Tönen angepriesenen Policen zunächst im Internet darüber informiert, welche Gesellschaften die besten Tarife offerieren, welche die höchsten Renditen erzielen und welche den besten Service anbieten. Vor Abschluss einer Kapital-Lebensversicherung sollte man genau wissen, zu welchen Bedingungen man diese abschließen möchte, schließlich handelt es sich hier um einen Vertrag mit sehr langer Laufzeit, teilweise laufen Lebensversicherungen über mehrere Jahrzehnte. Wer darüber hinaus mit der Lebensversicherung die staatliche Riester-Förderung in Anspruch nehmen möchte, sollte sich zunächst über die damit verbundenen Bedingungen informieren und auch, wie Kapitallebensversicherungen steuerlich behandelt werden. Eine vorzeitige Beendigung der Lebensversicherung ist meistens mit erheblichen Nachteilen verbunden. Wie man diese Nachteile möglichst minimieren kann, lesen Sie in der Rubrik "Kündigung, Beitragsfreistellung oder Verkauf?".


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